Die Linke stärkt ihren kommunalpolitischen Einfluss in NRW bis 2030
Über 100 Mitglieder der Linken trafen sich in Nordrhein-Westfalen zum Kommunalpolitischen Forum (Kopofo), um sich auf die neue Legislaturperiode bis 2030 vorzubereiten. Die Veranstaltung unterstrich den wachsenden Einfluss der Partei in der Kommunalpolitik – nach dem Gewinn von 725 Mandaten bei den Wahlen 2020, dem besten Ergebnis ihrer Geschichte.
Auf dem Kongress zeigte sich der erfahrene Politiker Wolfgang Freye, der seit 1999 im Essener Stadtrat sitzt, begeistert vom Fortschritt der Partei. Im Mittelpunkt des Forums standen praktische Herausforderungen für linke Ratsmitglieder. In Workshops ging es unter anderem um den Einzug in kommunale Parlamente, den Umgang mit der "Planungsbeschleunigung" der Bundesregierung und die Frage, wie man auch als Einzelvertreter ohne Fraktion Wirkung entfalten kann.
Witich Roßmann, DGB-Vorsitzender in Köln, nannte als Beispiel für "echte Klassenpolitik" bei lokalen Ausgaben den Haushalt der Düsseldorfer Oper. Seine Rede machte deutlich, wie finanzpolitische Entscheidungen linke Prioritäten widerspiegeln können.
Auch die mögliche Rolle der Linken als Zünglein an der Waage wurde diskutiert. Mit Angeboten von SPD und Grünen für Koalitionsgespräche könnte die Partei in dieser Legislaturperiode in mehr Städten den Ausschlag geben. In Städten wie Bielefeld und Bonn ist sie bereits Teil stabiler Ratsmehrheiten und prägt die lokale Politik mit.
Freye, eine langjährige Größe der linken Kommunalpolitik, zeigte sich sichtlich zufrieden mit der Entwicklung der Partei. Seine mehr als zwanzigjährige Erfahrung verlieh den strategischen Debatten über Einfluss und Gestaltungskraft zusätzliches Gewicht. Das Forum endete mit einer klaren Botschaft: Die Linke stellt in Nordrhein-Westfalen so viele Mandatsträger wie nie zuvor. Ob in Koalitionen oder als entscheidende Stimme – in den kommenden Jahren wird sich zeigen, wie die Partei Haushalte und Politik vor Ort prägen kann. Ihr Fokus bleibt darauf gerichtet, lokalen Einfluss in spürbare Ergebnisse für die Bürgerinnen und Bürger umzusetzen.






