Deutz AG kämpft mit radikalen Sparmaßnahmen gegen Markt-Einbruch und sinkende Prognosen
Anna FuchsDeutz AG kämpft mit radikalen Sparmaßnahmen gegen Markt-Einbruch und sinkende Prognosen
Deutz AG in der Krise: Drastische Sparmaßnahmen gegen Einbruch in Kernmärkten
Der Kölner Motorenhersteller Deutz AG steht vor schweren Herausforderungen, da die Nachfrage in seinen wichtigsten Absatzmärkten einbricht. Unter neuer finanzieller Führung hat das Unternehmen ein radikales Sparprogramm gestartet, um seine Position zu stabilisieren. Die am 7. November anstehenden Quartalszahlen werden zeigen, ob diese Maßnahmen bereits Wirkung zeigen.
Die Probleme des Konzerns resultieren aus einem deutlichen Rückgang in den Bereichen Baumaschinen und Landwirtschaftstechnik. Zwar stieg die Nachfrage nach Baumaschinen in Europa, Amerika und Asien 2024 um 5–10 Prozent – und soll 2025 voraussichtlich noch einmal um 3–7 Prozent zulegen –, doch die Nachfrage nach Landwirtschaftsmaschinen stagnierte in diesem Jahr oder ging leicht um 2 Prozent zurück. Faktoren wie die US-Infrastrukturinvestitionen, Anreize aus dem EU-Green-Deal, geopolitische Spannungen und Rezessionsängste verstärken die Unsicherheit zusätzlich.
Um der Talfahrt entgegenzuwirken, hat Deutz seine Umsatzprognose für 2024 von ursprünglich 1,9–2,1 Milliarden Euro auf etwa 1,8 Milliarden Euro gesenkt. Die langfristige Strategie "Dual+", die bis 2030 einen Umsatz von 4 Milliarden Euro bei einer EBIT-Marge von 10 Prozent vorsieht, wirkt nun fraglich. Als Reaktion streicht das Unternehmen bis 2026 jährlich 50 Millionen Euro an Kosten – 20 Millionen Euro davon sollen bereits in diesem Quartal eingespart werden.
Das Sparpaket umfasst Produktionskürzungen, Verwaltungsabbau, Stellenstreichungen und Budgetkürzungen bei "New Technology"-Projekten. Oliver Neu, der am 1. Oktober die Position des Finanzvorstands übernommen hat, treibt die finanzielle Neuaufstellung voran. Unterdessen bot eine am 4. Oktober veröffentlichte kostenlose Analyse Aktionären Orientierung, ob sie ihre Anteile halten oder verkaufen sollten.
Ob die Wende bei Deutz AG gelingt, wird sich mit der Veröffentlichung der Quartalszahlen am 7. November deutlicher zeigen. Entscheidend für die Zukunft des Unternehmens wird sein, ob es die Kosten weiter drücken und sich den wandelnden Marktbedingungen anpassen kann. Derzeit geht es vor allem ums Überleben in einem volatilen Umfeld.






