Deutsche Wirtschaft unvorbereitet: Nur 24 Prozent der Unternehmen haben Notfallpläne
Anna FuchsDeutsche Wirtschaft unvorbereitet: Nur 24 Prozent der Unternehmen haben Notfallpläne
Ein neuer Bericht des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) deutet darauf hin, dass viele Unternehmen in Deutschland auf eine mögliche Verteidigungskrise schlecht vorbereitet sind. Die Studie zeigt erhebliche Lücken in der Planung auf – etwa bei Engpässen in der Infrastruktur, Lieferkettenstörungen und Herausforderungen bei der Belegschaft, die in einem Notfall auftreten könnten.
Den Erkenntnissen des IW zufolge haben derzeit nur 24 Prozent der Unternehmen Maßnahmen ergriffen, um Infrastrukturengpässe zu bewältigen. Weitere 17 Prozent planen zwar solche Vorsorgemaßnahmen, doch der Fortschritt bleibt zögerlich. Gleichzeitig haben weniger als 5 Prozent Reservelieferverträge abgeschlossen – die meisten Betriebe wären bei plötzlichen Knappheiten damit schutzlos.
Nur 3 Prozent der Firmen haben sich auf Materialengpässe vorbereitet, und gerade einmal 4 Prozent verfügen über Notfallpläne für größere Störungen in der Belegschaft. Der Bericht stellt zudem fest, dass kein einziges deutsches Unternehmen bisher sogenannte Reserveverträge für Krisenszenarien abgeschlossen hat. Im Ernstfall müssten Betriebe militärische Ausrüstung produzieren, Mitarbeiter für die Einberufung freistellen und Systeme vor Cyberangriffen schützen. Das IW betont, dass die Aufrechterhaltung der Versorgungsstandards für die Bevölkerung in einer Krise oberste Priorität für die Wirtschaft haben müsse.
Das IW warnt, dass die deutsche Privatwirtschaft weitgehend unvorbereitet auf ein Verteidigungsszenario ist. Ohne bessere Planung könnten Unternehmen im Krisenfall kritische Anforderungen nicht erfüllen. Der Bericht fordert dringende Maßnahmen, um diese Schwachstellen zu beheben – bevor es zu spät ist.






