Deutsche Landwirte vor historischem Einkommenssturz bis 2026
Deutsche Landwirte stehen vor einem weiteren Jahr des deutlichen finanziellen Niedergangs. Aktuelle Prognosen zeigen, dass die Einkommen im Haushaltsjahr 2025/26 um fast ein Drittel einbrechen könnten. Die Krise setzt eine Reihe von Verlusten fort, wobei Deutschland stärker betroffen ist als viele seiner europäischen Nachbarn.
Die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen sagt einen Rückgang der Erträge um 29 Prozent für konventionelle Vollerwerbsbetriebe voraus. Die durchschnittlichen Gewinne werden nun auf nur noch 73.311 Euro pro Betrieb geschätzt – ein deutlicher Rückgang gegenüber früheren Werten. Diese Zahl basiert auf Finanzdaten, Preistrends und Fachgutachten des NRW-Buchführungsnetzes Landwirtschaft.
Auch die privaten Entnahmen, die einst bei etwa 130.600 Euro lagen, sind stark gesunken. Landwirte verdienen nun im Schnitt rund 70.000 Euro – ein Betrag, der kaum ausreicht, um private Ausgaben und steigende Betriebskosten zu decken. Die Lage bleibt instabil, mit anhaltenden Risiken durch Tierseuchen, Marktschwankungen oder geopolitische Spannungen.
Zwischen 2020 und 2025 verzeichneten deutsche Landwirte Einkommensverluste von 20 bis 30 Prozent, stärker als in Frankreich (10 bis 15 Prozent) oder Spanien (5 bis 20 Prozent). Strengere Stickstoffvorschriften in den Niederlanden trieben die Verluste dort auf 25 bis 35 Prozent, während polnische Landwirte aufgrund der Inflation Einbußen von 15 bis 25 Prozent hinnehmen mussten. Daten von Eurostat und nationale Berichte bestätigen, dass der Rückgang in Deutschland besonders ausgeprägt ist.
Die jüngsten Zahlen unterstreichen den wachsenden Druck auf die deutsche Landwirtschaft. Da die Einkommen kaum noch die grundlegenden finanziellen Bedürfnisse decken, stehen viele Betriebe vor schwierigen Entscheidungen. Die weitere Entwicklung hängt maßgeblich von der Marktstabilität und möglichen politischen Weichenstellungen in den kommenden Monaten ab.