Deutsche Frau soll IS-Unterstützernetzwerk mit Spenden und Solidaritätskampagnen betrieben haben
Lotta AlbrechtAufrufe für inhaftierte IS-Mitglieder: Deutscher Sympathisant angeklagt - Deutsche Frau soll IS-Unterstützernetzwerk mit Spenden und Solidaritätskampagnen betrieben haben
Eine Deutsche steht unter Anklage, ein Unterstützernetzwerk für inhaftierte Mitglieder des sogenannten "Islamischen Staates" (IS) betrieben zu haben. Nadine D. soll über mehrere Jahre hinweg Spenden gesammelt und zu Solidaritätsbekundungen für gefangene Extremisten aufgerufen haben. Die Behörden nahmen sie im September vergangenen Jahres in Düsseldorf fest; seither sitzt sie in Untersuchungshaft.
Laut Staatsanwaltschaft unterhielt D. spätestens seit 2019 eine Hilfsinitiative für inhaftierte IS-Anhänger. Über verschiedene Online-Profile warf sie Geld ein und sammelte auf diese Weise fast 15.000 Euro. Die Mittel seien an gefangene IS-Mitglieder oder deren Angehörige geflossen, heißt es.
Neben der finanziellen Unterstützung rief sie Sympathisanten dazu auf, Briefe und Fotos mit Solidaritätsbotschaften zu verschicken. Diese richteten sich nach Ermittlerangaben an IS-nahe Gefangene. Die Vorwürfe laufen auf die Unterstützung einer ausländischen terroristischen Vereinigung hinaus.
Der Fall reiht sich in eine größere Entwicklung in Deutschland ein: Zwischen 2021 und 2025 wurden etwa 25 Personen oder Gruppen wegen des Verdachts angeklagt, extremistische Organisationen wie den IS oder Al-Qaida unterstützt zu haben. Diese Zahlen gehen aus Berichten des Bundesamts für Verfassungsschutz und des Bundeskriminalamts hervor.
D. bleibt bis auf Weiteres in Haft, während die Ermittlungen andauern. Bei einer Verurteilung drohen ihr empfindliche Strafen nach den deutschen Antiterrorgesetzen. Der Fall unterstreicht die anhaltenden Bemühungen der Behörden, Netzwerke zu zerschlagen, die verbotenen extremistischen Gruppen materielle oder ideelle Hilfe leisten.






