18 March 2026, 00:46

Deutsche Brauereien setzen auf alkoholfreies Bier gegen Absatzkrise

Ein Plakat, das Bier in Amsterdam bewirbt und eine Gruppe von Menschen zeigt, einige halten Gläser, mit Text und Logo.

Deutsche Brauereien setzen auf alkoholfreies Bier gegen Absatzkrise

Deutsche Brauereien kämpfen mit historisch niedrigen Bierabsätzen

2025 brachen die Bierverkäufe um sechs Prozent ein – der stärkste Rückgang seit der Wiedervereinigung. Viele Brauereien setzen nun auf alkoholfreie Alternativen, um im wandelnden Markt zu überleben.

Der schwindende Absatz klassischer Biere zwingt die Branche zum Umdenken. Die Braumanufaktur Bielefeld, einst eine kleine Craft-Bier-Brauerei, hat ihr Sortiment um Erfrischungsgetränke und alkoholfreies Bier erweitert. Gründer Mike Cacic bezeichnet sein Unternehmen nicht mehr nur als Brauerei, sondern als Getränkehersteller, der sich der Nachfrage anpasst.

Auch die Barre Brauerei in Nordrhein-Westfalen baut ihre alkoholfreie Linie aus. Geschäftsführer Christoph Barre warnt: Ohne Anpassung drohe vielen Betrieben die Insolvenz. Sein Unternehmen setzt auf regionale Identität und Unabhängigkeit, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Der Wandel kommt zu einer Zeit, in der alkoholfreies Bier immer beliebter wird – besonders in Städten wie Berlin, Hamburg und München. Seit 2020 hat sich sein Marktanteil in Deutschland von 1,5 auf über 3 Prozent verdoppelt. Gesundheitsbewusste Verbraucher treiben das Wachstum voran, mit jährlichen Steigerungen von 10 bis 15 Prozent – in einigen Regionen sogar bis zu 20 Prozent.

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Angesichts einbrechender Verkäufe traditioneller Biere investieren immer mehr Brauereien in alkoholfreie Angebote. Der Trend spiegelt veränderte Konsumgewohnheiten und wirtschaftliche Zwänge wider. Für viele Produzenten scheint Anpassung der einzige Weg nach vorn zu sein.

AKTUALISIERUNG

Deutsche Brauereien erleben den schärfsten Bierabsatzrückgang seit 1993

Neue Destatis-Daten bestätigen die Bierabsatzkrise bis 2025: Der jährliche Rückgang von 6,0% (7,8 Milliarden Liter) ist der stärkste seit 1993. Die wichtigsten Erkenntnisse sind:

  • 6,3% Einbruch im ersten Halbjahr auf 3,9 Milliarden Liter, der niedrigste Halbjahresgesamtwert ever.
  • Alkoholfreie Biere haben nun 9% Marktanteil und überholen Biermischungen.
  • Inlandsverkäufe sanken 5,8% auf 6,4 Milliarden Liter, während Exporte 7,1% zurückgingen. Der Deutsche Brauer-Bund führt den Rückgang auf demografische Verschiebungen und Verbraucherrückhaltung zurück, während das Wachstum alkoholfreier Pils die traditionellen Kategorien weiterhin übertrifft.