20 February 2026, 16:21

Brüder vor Gericht: Illegale Krähenfalle im Wald sorgt für Aufsehen

Drei Greifvögel, wahrscheinlich Habichte, sitzen auf einem Ast mit einem darunter liegenden Blatt Papier mit Wörtern und Zahlen.

Brüder vor Gericht: Illegale Krähenfalle im Wald sorgt für Aufsehen

Zwei Brüder aus Preußisch Oldendorf müssen sich wegen des Aufstellens einer illegalen Krähenfalle in einem Waldgebiet vor Gericht verantworten. Der große, selbstgebaute Käfig war im Januar 2024 von Tierschützern entdeckt worden und stand bereits seit Dezember 2021 an Ort und Stelle. Die Behörde wird im Prozess vor dem Amtsgericht Lübbecke die Beweggründe für die Straftat prüfen.

Der Käfig, der von einem 67-jährigen Jäger angemietet worden war, verfügte über eine trichterförmige Öffnung, die Vögel am Entkommen hindern sollte. Im Inneren fanden Ermittler Fleischreste als Köder – ein klarer Hinweis darauf, dass die Falle für Greifvögel bestimmt war. Der Jäger behauptet, die Falle sei nicht funktionsfähig gewesen, doch die Behörde widerspricht dieser Darstellung.

Eine Wildkamera am Tatort half dabei, die beiden Beschuldigten zu identifizieren: den Jäger und seinen Bruder, einen Landwirt. Der Bruder hatte sich bereits in einem Interview Anfang dieses Jahres zu den vier Fällen geäußert. Die Vorrichtung wurde nach Naturschutzrecht als verbotene Krähenfalle eingestuft.

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Allein in den vergangenen fünf Jahren (2021–2025) wurden in Nordrhein-Westfalen rund 45 ähnliche Fälle illegaler Wildtierfallen durch private Jäger oder Landwirte registriert. Die von den unteren Jagdbehörden und Staatsanwaltschaften in Städten wie Düsseldorf und Köln eingeleiteten Verfahren führten zu Geldstrafen von bis zu 10.000 Euro.

Im Prozess wird geklärt, ob die Brüder gegen Tierschutzbestimmungen verstoßen haben. Das Urteil könnte richtungsweisend für die Behandlung solcher Fälle in der Region sein. Zudem sollen die Ermittler aufdecken, ob die Falle aktiv zum Fang geschützter Arten genutzt wurde.