12 February 2026, 02:05

Brüder des erschossenen Mouhamed Dramé droht Abschiebung trotz laufendem Prozess

Ein altes Buch mit einem Schwarz-Weiß-Bild eines Mannes auf dem Cover, mit der Aufschrift "Der Reichen Rünt".

Brüder des erschossenen Mouhamed Dramé droht Abschiebung trotz laufendem Prozess

Mouhamed Lamine Dramé wurde am 8. August 2022 bei einem Polizeieinsatz in Dortmund erschossen. Seine Brüder, Sidy und Lassana Dramé, droht nun die Abschiebung, da ihre Aufenthaltserlaubnisse im Januar 2026 auslaufen. Der Fall hat juristische Auseinandersetzungen ausgelöst und öffentliche Forderungen nach ihrem Bleiberecht in Deutschland hervorgerufen.

Der tödliche Vorfall begann, als Beamte nach Meldungen über einen Suizidversuch zu Dramés Wohnung gerufen wurden. Der Einsatzleiter genehmigte den Einsatz von Pfefferspray, eines Tasers und schließlich einer Maschinenpistole. Nach der Schießerei wurden alle beteiligten Polizisten vor Gericht freigesprochen, woraufhin sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Nebenkläger Revision beim Bundesgerichtshof (BGH) einlegten.

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Sidy und Lassana Dramé haben die Polizeimaßnahmen scharf kritisiert und argumentieren, der Einsatz sei fehlerhaft durchgeführt worden und die psychische Krise ihres Bruders sei falsch gehandhabt worden. Trotz ihrer Beteiligung am laufenden Gerichtsverfahren hat das Dortmunder Ausländeramt eine Verlängerung ihrer Aufenthaltsgenehmigungen abgelehnt. Ihre Pässe wurden eingezogen, ihre Bewegungsfreiheit eingeschränkt und Anträge auf eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis abgelehnt.

In einem offenen Brief und einer Online-Petition wird mittlerweile gefordert, den Brüdern eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis und Arbeitserlaubnisse zu gewähren. Unterstützer betonen, ihre Anwesenheit in Deutschland sei sowohl für den Prozess als auch für ihre Integration entscheidend. Das Ausländeramt hingegen besteht darauf, dass es keine stichhaltigen Gründe für ihren Verbleib gebe.

Während die juristischen Verfahren weiterlaufen, bleibt den Brüdern die Abschiebung drohen. Bisher hat keine deutsche Stadt öffentlich über Umbenennungen von Straßen oder Plätzen zu Ehren Dramés diskutiert. Der Fall verdeutlicht die Spannungen zwischen Migrationspolitik und den Rechten derer, die in laufende Gerichtsverfahren verwickelt sind.