Bottrop prüft alle Kreuzungen nach tödlichem Unfall in NRW
Die Stadt Bottrop überprüft derzeit alle Kreuzungen und Einmündungen, um die Verkehrssicherheit zu verbessern. Die Kontrollen orientieren sich an deutschen Richtlinien, die klare Sichtverhältnisse für Autofahrer vorschreiben, die auf Hauptstraßen einbiegen oder diese queren. Anlass für die Maßnahme ist ein tödlicher Unfall in Warendorf, der Bedenken hinsichtlich der Sichtverhältnisse an Knotenpunkten aufkommen ließ.
Die deutschen Regeln für den Straßenbau (RaSt 06) legen strenge Sichtfeldanforderungen fest, die sich nach den zulässigen Höchstgeschwindigkeiten richten. Bei Tempo 30 muss eine freie Sichtweite von 30 Metern gewährleistet sein, bei Tempo 40 sind es 50 Meter und bei Tempo 50 sogar 70 Meter. Das Tiefbauamt der Stadt prüft nun, ob diese sogenannten "Sichtdreiecke" an allen Kreuzungen vorhanden sind.
Besonderes Augenmerk liegt auf stark frequentierten Knotenpunkten sowie auf Unfallschwerpunkten. Werden dort Mängel festgestellt, muss die Stadt gegensteuern – etwa durch Rückschnitt von Bewuchs, Anpassung der Markierungen oder sogar bauliche Veränderungen, um die erforderlichen Sichtverhältnisse herzustellen.
Ziel des Projekts ist es, Zusammenstöße zu verhindern, indem sichergestellt wird, dass Autofahrer den Querverkehr rechtzeitig erkennen können, bevor sie einbiegen oder die Straße überqueren. Die Verantwortlichen betonen, dass die Einhaltung dieser Vorgaben laut nationaler Verkehrsicherheitsvorschriften verbindlich ist – und kein Ermessensspielraum besteht.
Die Überprüfung umfasst sämtliche Kreuzungen in Bottrop; dort, wo die Sichtverhältnisse unzureichend sind, werden Nachbesserungen vorgenommen. Die Initiative folgt auf einen tödlichen Unfall in einer anderen nordrhein-westfälischen Stadt, der die Gefahren mangelnder Sichtfelder deutlich gemacht hat. Nach Abschluss der Maßnahmen soll das Risiko ähnlicher Vorfälle in Bottrop deutlich sinken.






