Bielefeld eröffnet neues Jugendjustizzentrum gegen Jugendkriminalität
Lotta AlbrechtBielefeld eröffnet neues Jugendjustizzentrum gegen Jugendkriminalität
In Bielefeld hat das achte Jugendjustizzentrum in Nordrhein-Westfalen seine Türen geöffnet. Die Einrichtung, die in der Nähe des Hauptbahnhofs liegt, soll junge Straftäter unterstützen und ihnen gleichzeitig die rechtlichen Konsequenzen ihres Handelns bewusst machen. Das Konzept basiert auf einem Modell, das bereits 2009 in Köln eingeführt wurde.
Das neue Zentrum vereint Staatsanwälte, Polizei und Jugendhilfe unter einem Dach. Im Fokus stehen junge Menschen, die Straftaten begehen – ihnen werden maßgeschneiderte Hilfsprogramme und feste Ansprechpartner angeboten. Die Teilnehmer werden individuell nach Bedarf und Lebensumständen ausgewählt.
Das Prinzip existiert seit Jahren: Das Jugendjustizzentrum in Paderborn arbeitet bereits seit 2012. Dort erhalten jährlich rund 50 junge Straftäter Unterstützung. Zwar liegen keine genauen Gesamtzahlen für alle Zentren vor, Schätzungen zufolge profitieren jedoch zwischen 5.000 und 7.000 Jugendliche pro Jahr von solchen Programmen in der Region.
Die enge Zusammenarbeit der Behörden ist mittlerweile ein zentraler Baustein im Kampf gegen Jugendkriminalität. Allerdings gibt es bisher keine offiziellen Daten dazu, wie wirksam die Zentren darin sind, Rückfallquoten zu senken oder Jugendliche langfristig von Straftaten abzuhalten. Ein weiteres Zentrum in Duisburg ist bereits in Planung und soll das Netzwerk weiter ausbauen.
Das Bielefelder Jugendjustizzentrum folgt damit einem bewährten Ansatz der Jugendjustiz in Nordrhein-Westfalen. Durch die Verbindung von rechtlicher Verantwortung und intensiver Betreuung sollen die Ursachen von Jugendkriminalität bekämpft werden. Der Erfolg des Modells hängt dabei von der fortlaufenden Kooperation zwischen Strafverfolgungsbehörden und Sozialdiensten ab.






