Betrügerbanden-Prozess in Münster: 26-Jähriger wegen organisierten Seniorenbetrugs angeklagt
Miriam KönigBetrügerbanden-Prozess in Münster: 26-Jähriger wegen organisierten Seniorenbetrugs angeklagt
26-Jähriger in Münster wegen organisierten Betrugs vor Gericht
Ein 26-jähriger Mann muss sich seit dieser Woche vor dem Landgericht Münster wegen seiner mutmaßlichen Beteiligung an einer organisierten Betrugsmasche verantworten. Die Tätergruppe hatte gezielt ältere Menschen als Opfer ausgewählt und sie unter falschen Vorwänden dazu gebracht, Bargeld und Schmuck herauszugeben. Sechs bestätigte Fälle werden dem Angeklagten direkt zugerechnet, doch die Ermittler gehen von weiteren Vorfällen in Ostwestfalen aus.
Die Bande gab sich als Polizeibeamte aus und kontaktierte ihre Opfer mit der Behauptung, es gebe Einbrüche in deren Wohnungen. Unter dem Vorwand, die Wertsachen in Sicherheit zu bringen, vereinbarten die Betrüger die Übergabe an einen angeblichen "Beamten" – die Beute landete schließlich beim Beschuldigten in Bielefeld.
Dem Angeklagten wird zudem vorgeworfen, in der Türkei Wohnungen für andere Tatverdächtige angemietet zu haben. Von dort aus sollen betrügerische Anrufe getätigt und die Annahme der gestohlenen Güter koordiniert worden sein. Im Raum Münster fielen zwei Senioren der Masche zum Opfer: eine Frau aus Beckum und ein Mann aus Sendenhorst.
Der Gesamt-Schaden in den nachgewiesenen Fällen beläuft sich auf 162.000 Euro. Der Prozess sieht vier Verhandlungstage im März vor; mit einem Urteil ist kurz darauf zu rechnen. Bei einer Verurteilung droht dem Angeklagten eine mehrjährige Haftstrafe.
Im Verlauf der Verhandlung hat der Beschuldigte angekündigt, eine Aussage vor Gericht machen zu wollen.
Während die Ermittlungen zur vollständigen Aufklärung des Betrugsnetzwerks fortgesetzt werden, könnte es weitere Geschädigte in ganz Nordrhein-Westfalen geben. Das Urteil wird zeigen, ob der Angeklagte für seine mutmaßliche Mittäterschaft eine lange Gefängnisstrafe erhält.






