Berliner Kulturschaffende starten Kampagne gegen drastische Haushaltskürzungen
Jonas WagnerBerliner Kulturschaffende starten Kampagne gegen drastische Haushaltskürzungen
Neue Kampagne für Kulturförderung in Berlin startet mit scharfer Kritik an Haushaltskürzungen
In Berlin hat eine neue Initiative für die Förderung von Kultur mit massiver Kritik an den jüngsten Etatkürzungen begonnen. Prominente Theaterleute und Politiker:innen versammelten sich zur Auftaktveranstaltung der Aktion „Berlin ist Kultur“ und forderten dringendes Handeln. Im Mittelpunkt stand die prekäre Lage der Kultureinrichtungen in der Stadt.
Den Startschuss für die „Berlin ist Kultur“-Aktionswoche gaben hochkarätige Gäste: Katharina Marg von der Linken sowie Ronja Losert und Bertram von Boxberg von den Grünen waren vor Ort. Andere Berliner Politiker:innen ließen sich nicht blicken.
Oliver Reese, Intendant des Berliner Ensembles, positionierte sich deutlich gegen die Kürzungen. Er bezeichnete sie als „verfehlt“ und warnte vor der drohenden Schließung des Atelierhauses in der Wilsnacker Straße. Reese berichtete zudem von einem prägenden Erlebnis: Ein Theaterbesuch mit 14 Jahren in Paderborn habe sein Leben verändert. Gabi Dan Droste, Leiterin des FELD Theaters, verglich die Förderkrise mit dem Schicksal des Ikarus.
Ziel der Initiative ist es, die anstehende Wahlkampagne in Berlin maßgeblich mitzugestalten – und die Kulturförderung ins Zentrum zu rücken. Dazu wurde die „Berliner Erklärung“ formuliert, die fordert, mindestens drei Prozent des Landeshaushalts für Kultur bereitzustellen. Zudem wird nachhaltige Finanzierungsstrukturen angemahnt. Um Druck auf die Kandidat:innen auszuüben, haben Einrichtungen und Verbände „Wahl-Lackmustests“ mit Fragen zur Unterstützung künstlerischer Bildung entwickelt. Unter dem Motto #deineStimmefürKultur soll der Slogan in jedem Kulturort der Stadt sichtbar sein.
Die Kampagne will die Kulturförderung zu einem zentralen Wahlkampfthema machen. Ihre Forderungen umfassen einen festen Budgetanteil und verlässliche Finanzierung für die Kunst. Mit öffentlichen Aktionen und direkten Fragen an die Bewerber:innen soll der nötige Wandel erzwungen werden.






