Bergische Uni reformiert Architekturstudium – Nachhaltigkeit ersetzt Tradition
Miriam KönigBergische Uni reformiert Architekturstudium – Nachhaltigkeit ersetzt Tradition
Die Bergische Universität plant tiefgreifende Reformen in ihrem Architekturstudiengang. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund möglicher jährlicher Kürzungen von 5,7 Millionen Euro ab 2026. Obwohl das Programm international Anerkennung genießt, strebt die Hochschulleitung nun eine Neuausrichtung mit Fokus auf Nachhaltigkeit an.
Der Studiengang, einer von nur elf in Deutschland, zählt derzeit rund 500 Studierende. Bekanntheit erlangte er durch die Teilnahme am Solar Decathlon 2021/22, einem weltweiten Wettbewerb für nachhaltige Baukonzepte. Trotz dieses Erfolgs hat die Universität die Fakultät aufgefordert, ein neues Konzept mit Nachhaltigkeit als zentralem Schwerpunkt zu erarbeiten.
Eine der vorgeschlagenen Maßnahmen sieht vor, den klassischen Architekturstudiengang innerhalb von etwa einem Jahrzehnt auslaufen zu lassen. Die Universitätsleitung betont, dass alle aktuellen Studierenden ihr Studium regulär abschließen können – verlängerte Übergangsregelungen sollen dies sichern. Die Entscheidung ist Teil einer übergeordneten Strategie, um pauschale Kürzungen – von offiziellen Stellen als "Rasenmäher-Prinzip" bezeichnet – zu vermeiden und stattdessen auf langfristige Planung zu setzen.
Die Nachfrage nach Absolvent:innen bleibt hoch: Seit dem 1. September wurden auf dem Stellenportal der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen 125 Stellenangebote für Architekt:innen inseriert. Dennoch bestätigt die Universität, dass der bestehende Studiengang eingestellt wird – ein klares Signal für die akademische Neuorientierung.
Die Veränderungen werden eines der wenigen Architekturprogramme Deutschlands prägen, mit Nachhaltigkeit als künftigem Kern der Ausrichtung. Zwar bleiben die Berufsaussichten für Absolvent:innen weiterhin gut, doch die Entscheidung der Universität spiegelt sowohl finanzielle Zwänge als auch den strategischen Abschied von traditionellen Studienstrukturen wider.






