16 March 2026, 14:03

Bergisch Gladbachs Haushaltsplan: 500 Seiten, viele Fragen und ein 50-Millionen-Defizit

Ein Plakat mit einem schmalen schwarzen Rand und fetter, schwarzer Schrift auf einem weißen Hintergrund, das "Maganomics: Ein Wirtschaftsplan, der drei Dinge tut: Senkt Steuern sogar noch mehr für Wohlhabende und große Unternehmen." zeigt.

Bergisch Gladbachs Haushaltsplan: 500 Seiten, viele Fragen und ein 50-Millionen-Defizit

Bergisch Gladbachs Haushaltsplan: Ein 500-Seiten-Werk, das Bürger oft ratlos zurücklässt

Um Licht ins Dunkel des komplexen Haushaltsplans zu bringen, leitete Thore Eggert, der Kämmerer der Stadt, einen Workshop im Rahmen der BürgerAkademie. Thema: der Finanzplan und seine Herausforderungen.

In der Veranstaltung erläuterte Eggert den Aufbau des Haushalts, die finanzielle Entwicklung der Stadt sowie die geplanten Ausgaben – und Einsparungen. Zudem ging er auf Sorgen wegen steigender Kosten und langfristiger Projekte wie die Neugestaltung des Zanders-Geländes ein.

Normalerweise wird der Haushalt bis Jahresende verabschiedet, doch diesmal verzögern die Kommunalwahlen den Prozess. Der aktuelle Entwurf weist ein voraussichtliches jährliches Defizit von rund 50 Millionen Euro aus. Eggert, Mitglied der FDP, betonte, dass seine Rolle als Kämmerer überparteilich sei und sich ausschließlich auf die finanzielle Steuerung konzentriere.

Um die Finanzlücke zu schließen, schlug er eine Erhöhung der Grund- und Gewerbesteuern vor. Diese Anpassung könnte jährlich etwa vier Millionen Euro zusätzlich einbringen und möglicherweise strengere Konsolidierungsmaßnahmen vermeiden. Dennoch bleibt unklar, ob die Stadt ihre geplanten Investitionen vollständig umsetzen kann – selbst mit höheren Einnahmen.

Für 2026 sind 126 Millionen Euro vorgesehen, vor allem für Schulen, Straßen, Kinderbetreuung und das Zanders-Industrieareal. Eggert bezeichnete das Zanders-Projekt als kluge Langzeitinvestition, warnte jedoch, dass sein Gelingen von der Verfügbarkeit von Fachkräften und Baufirmen abhängt. Fehlt es an Expertise, könnten Teile der bereitzustellenden Mittel ungenutzt bleiben.

Im Workshop wurde auch die Struktur des Haushalts erläutert – etwa, wie Schwerpunkte bei den Ausgaben gesetzt werden. Eggert deutete an, wo Kürzungen nötig sein könnten, nannte jedoch keine konkreten Bereiche. Sein Ziel: das undurchsichtige Zahlenwerk für die Bürger verständlicher zu machen.

Nun steht Bergisch Gladbach vor schwierigen Entscheidungen, um den Haushalt auszugleichen und gleichzeitig Schlüsselprojekte voranzutreiben. Sollten die Steuererhöhungen beschlossen werden, könnte dies die finanzielle Belastung mindern – doch Verzögerungen bei der Mittelverwendung bleiben ein Risiko. Die nächsten Schritte hängen von den Verhandlungen im Rat und der Verfügbarkeit von Ressourcen ab, um Pläne in die Tat umzusetzen.

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