ARD schafft neue BCM-Stelle für Krisenresistenz aller Landesrundfunkanstalten
Miriam KönigARD schafft neue BCM-Stelle für Krisenresistenz aller Landesrundfunkanstalten
Die ARD bereitet die Schaffung einer neuen netzwerkübergreifenden Position im Bereich Business-Continuity-Management (BCM) vor. Diese Stelle soll alle neun Landesrundfunkanstalten abdecken, wobei der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) voraussichtlich die Federführung übernehmen wird. Der Schritt erfolgt zu einer Zeit, in der öffentlich-rechtliche Sender unter wachsendem Druck stehen, ihr Risikomanagement in Krisenzeiten zu stärken.
BCM ist ein systematischer Ansatz, der Organisationen hilft, Bedrohungen frühzeitig zu erkennen, Risiken zu minimieren und den Betrieb auch bei Störungen aufrechtzuerhalten. Ohne entsprechende Planung können selbst kritische Dienstleistungen versagen – wie in den 1980er-Jahren in einer psychiatrischen Klinik, wo Notstromaggregate bei Stromausfällen häufig ohne Dieselbetreibstoff waren.
Innerhalb der ARD wurde betont, dass eine Person gesucht wird, die die Aufgabe mit Nachdruck angeht und interne Widerstände überwindet. Der Rundfunkstaatsvertrag schreibt zwar keine strengen Vorgaben für die BCM-Position vor, lässt aber präventive Maßnahmen zu.
Laut Berichten steht David Biesinger, ehemaliger Chefredakteur des RBB, kurz vor der Berufung in diese Rolle. Er verfügt über praktische Erfahrung im Krisenmanagement, da er den Sender bereits durch operative Zusammenbrüche gesteuert hat. Erwartet wird, dass der RBB einen eigenen Mitarbeiter für die netzwerkweite Position benennt, die auf der nächsten Intendantenkonferenz der ARD in Bonn offiziell beraten wird.
Ziel der neuen BCM-Stelle ist es, sicherzustellen, dass öffentlich-rechtliche Sender auch in Notlagen essenzielle Dienstleistungen aufrechterhalten können. Mit Biesingers Expertise im Krisenmanagement hofft die ARD, die Widerstandsfähigkeit des gesamten Netzwerks zu stärken. Die endgültige Entscheidung soll auf der anstehenden Konferenz in Bonn fallen.






