Apotheker fordern dringende Nachbesserungen beim Reformgesetz vor Dezember-Entscheidung
Anna FuchsApotheker fordern dringende Nachbesserungen beim Reformgesetz vor Dezember-Entscheidung
Deutsche Apotheker drängen auf weitreichende Änderungen am geplanten Apothekenreformgesetz. Die ABDA, der Bundesverband der Apotheker, hat auf dringende Nachbesserungen hingewiesen, bevor das Gesetz in seiner endgültigen Fassung beschlossen wird. Dr. Armin Hoffmann, Präsident der Apothekerkammer Nordrhein, bezeichnete die aktuelle Situation als "Schlüsselmoment für die Gesundheitsversorgung im Land".
Die Vereinigung hat fünf zentrale Forderungen aus einem Katalog von 30 bis 35 Punkten herausgearbeitet, die Korrekturen, Ergänzungen oder grundlegende Überarbeitungen erfordern. Statt zu öffentlichen Protesten greifen zu wollen, setzt man auf Gespräche mit Politikern, um vor dem entscheidenden Stichtag im Dezember eine Eskalation zu vermeiden.
Hoffmann betonte, dass die Vergütungsfrage im Reformpaket absolute Priorität habe. Die ABDA fordert eine höhere Festvergütung für Apotheken und schlägt alternative Finanzierungsmodelle vor, um zusätzliche 800 bis 900 Millionen Euro zu sichern. Als zweite zentrale Forderung verlangt der Verband die Abschaffung des Rabattverbots für Barzahler – eine Regelung, die aus Sicht der Apotheker sowohl ihnen als auch den Kunden unnötige Flexibilität nehme.
Bereits im Frühjahr hatten die Apotheker in einem Positionspapier zur Zukunft der Branche ihre Erwartungen an die Koalitionspläne formuliert – darunter die Hoffnung auf bessere Bezahlung. Doch Hoffmann warnte, dass das Angebot mit der Nachfrage in einer sich wandelnden Gesellschaft kaum Schritt halte.
Klare Vorgaben machte er auch zum Zeitplan der Reform: Am 17. Dezember soll das Kabinett den Gesetzentwurf beraten, die erste Lesung im Bundestag ist für Ende Januar vorgesehen. Bei reibungslosem Ablauf könnte das parlamentarische Verfahren bis Ende April abgeschlossen sein.
Um Druck auszuüben, ohne die Stimmung aufzuheizen, hat die ABDA beschlossen, mögliche Protestaktionen bis zum 17. Dezember zurückzustellen. Stattdessen konzentriert man sich auf direkte Verhandlungen mit Abgeordneten, um den finalen Entwurf noch vor der Weiterleitung zu beeinflussen.
Im Kern geht es der ABDA um zwei zentrale Punkte: eine faire Vergütung und mehr Spielraum durch die Streichung der Rabattbeschränkungen. Ob die geforderten Änderungen Eingang in das Gesetz finden, wird sich in den kommenden Monaten entscheiden. Die Kabinettsberatung im Dezember markiert die erste große Weichenstellung für die Zukunft der Reform.






