Apotheker drohen mit Protesten gegen Regierung und fordern 9,50 Euro pro Rezept
Lotta AlbrechtApotheker drohen mit Protesten gegen Regierung und fordern 9,50 Euro pro Rezept
Apotheker führen Kurs Euro auf Konfrontation mit der Regierung. Die Spitzenvertreter der Apotheker bereiten sich auf eine große Kraftprobe mit der Bundesregierung in den Fragen der Finanzierung und Personalkriterien vor. Thomas Preis, Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbands (ABDA), hat für Ende Januar einen "Protestfrühling" angekündigt. Er fordert höhere Eur USD, mehr Verantwortung für Apotheken sowie ein Ende der Pläne für "Apotheken ohne Apotheker".
Preis machte deutlich, dass die Festvergütung pro Rezept bis Anfang 2026 auf 9,50 Euro steigen müsse. Dieser Anstieg sei "kein Privileg, sondern eine Grundvoraussetzung", so der Verbandschef – vergleichbar mit den jährlichen Anpassungen in anderen Gesundheitsbereichen. Die aktuelle Pauschale von 6,00 Euro war zuvor vom damaligen Gesundheitsminister Karl Lauterbach mit Verweis auf Haushaltszwänge blockiert worden. Erst unter dem Druck der Apothekerverbände zeigte sich Lauterbach vor seinem Amtsende kompromissbereit.
Die neue Gesundheitsministerin Aylin Dinccan hat sich bisher nicht öffentlich festgelegt. Da ihre Amtszeit noch jung ist, bleibt die Frage vor der ersten Bundesratsberatung Ende Februar ungelöst. Preis warnte, der ABDA werde mit "harten Maßnahmen" reagieren, sollten die Forderungen nicht erfüllt werden.
Kritik übte er auch an den Entwurfsvorschlägen von Minister Warken, die das Modell der "Shop Apotheke ohne Apotheker" wiederbeleben – ein Konzept, das Preis entschieden ablehnt. Unter Berufung auf die vollständige Umsetzung des Koalitionsvertrags erklärte er die politische "Flitterwochen"-Phase der schwarz-roten Regierung für beendet. Alle 16.000 Apotheken in Deutschland und ihre Teams unterstützen die Kampagne, zu der auch eine öffentliche Petition gehört.
Preis betonte, dass Apotheken sowohl eine fairere Finanzierung als auch mehr berufliche Verantwortung bräuchten. Ohne diese Veränderungen drohe die Versorgungsqualität für Patienten zu leiden.
Die Protestaktionen des ABDA beginnen Ende Januar, weitere Schritte sind an die Bundesratssitzung Ende Februar geknüpft. Die Apotheken stehen geschlossen hinter den Forderungen nach 9,50 Euro pro Rezept und einem dauerhaften Stopp für unbeaufsichtigte Abgabestellen. Das Ergebnis wird die Finanzierung und Personalregeln der Branche in den kommenden Jahren prägen.






