Apothekensterben in NRW: Warum immer mehr Standorte für immer schließen
Miriam KönigApothekensterben in NRW: Warum immer mehr Standorte für immer schließen
Apotheken in Nordrhein-Westfalen verschwinden in rasantem Tempo
In Nordrhein-Westfalen schließen immer mehr Apotheken – und das in zunehmendem Tempo. Bis Ende 2025 hat die Region 43 Apotheken verloren, sodass nur noch 1.897 übrig bleiben. Die Schließungen zwingen Patienten, weitere Wege für dringende Dienstleistungen in Kauf zu nehmen, besonders nachts und in Notfällen.
Betroffen sind jedoch nicht alle Gebiete gleichermaßen. Im Städteregion Aachen schlossen fünf Apotheken, ohne dass neue eröffnet wurden. Düsseldorf und Duisburg verzeichneten jeweils sechs Schließungen, doch in beiden Städten öffnete jeweils nur eine neue Apotheke. Im Kreis Viersen schlossen vier Standorte ohne Ersatz, während es im Kreis Heinsberg gelungen ist, die Zahl stabil zu halten – hier gab es eine Neueröffnung und keine Schließungen.
Bundesweit spiegelt sich dieser Trend wider: Die Gesamtzahl der Apotheken in Deutschland sank um 2,8 Prozent, sodass zu Beginn des Jahres 2026 nur noch 16.601 übrig waren. Die Apothekerkammer Nordrhein meldete in ihrem Bezirk einen Rückgang von 2,2 Prozent und warnt, dass stagnierende Vergütungen und steigende Arbeitsbelastungen die Inhaber an ihre Grenzen bringen. Trotz der Verluste bleibt Kammerpräsident Hoffmann vorsichtig optimistisch. Fünf neue Apotheken sollen 2025 eröffnet werden, doch er betont, dass das langfristige Überleben von politischen Maßnahmen abhängt.
Die aktuelle Bundesregierung – bestehend aus CDU, CSU und SPD – hat bisher keine Änderungen bei den Apothekengebühren angekündigt, sodass die Finanzierung auch im kommenden Jahr unverändert bleibt. Die Kammer fordert die Regierung nun auf, die Vergütungen zu erhöhen. Ohne höhere Gebühren, so die Argumentation, seien weitere Schließungen unvermeidbar – mit der Folge, dass Gemeinden noch weniger Möglichkeiten für eine lokale Gesundheitsversorgung hätten.
Die abnehmende Zahl an Apotheken bedeutet für Patienten längere Wege und für das verbleibende Personal eine höhere Belastung. Da keine Erhöhung der Gebühren in Sicht ist, wird der Druck auf die Inhaber voraussichtlich weiter steigen. Die Zukunft der lokalen Apotheken hängt nun davon ab, ob die Politik auf die Forderungen nach besserer Unterstützung reagiert.






