30 May 2026, 20:02

Annette Kurschus tritt nach Missbrauchsvorwürfen von EKD-Spitze zurück

"Auch wichtig für die Glaubwürdigkeit unserer Präventions- und Aufklärungsarbeit in Solingen"

Annette Kurschus tritt nach Missbrauchsvorwürfen von EKD-Spitze zurück

Annette Kurschus ist von ihren Ämtern als Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und als Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen zurückgetreten. Der Rücktritt erfolgt nach Medienberichten, die sie mit früheren Vorwürfen zu Fehlverhalten in der Kirche während ihrer Zeit als Gemeindepfarrerin in Siegen in den späten 1990er-Jahren in Verbindung bringen.

Thomas Förster, stellvertretender Superintendent des Kirchenkreises Solingen der Evangelischen Kirche, bestätigte den Rücktritt und betonte die Notwendigkeit, dass sich die Kirche nun wieder stärker auf den Schutz der von sexualisierter Gewalt Betroffenen konzentrieren müsse. Die Evangelische Kirche in Solingen verfügt seit 2018 über ein „Schutzkonzept gegen Verletzungen der sexuellen Selbstbestimmung und sexualisierte Gewalt“. Dieses Rahmenwerk legt klare Richtlinien für den Umgang mit Meldungen an Vertrauenspersonen oder kirchliche Gremien fest. Zudem schreibt es vor, dass bei begründetem Verdacht auf strafbare Handlungen die Strafverfolgungsbehörden eingeschaltet werden müssen.

Alle haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen sowie Leitungsgremien sind verpflichtet, im Rahmen des Schutzkonzepts verbindliche Schulungen zu absolvieren. Betroffene sexualisierter Gewalt erhalten Unterstützung durch Vertrauenspersonen innerhalb der Kirche. Weitere Hilfe bietet FABS, eine nicht-kirchliche Fachberatungsstelle gegen sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen.

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Das Schutzkonzept sowie Kontaktdaten der Beratungsstellen sind auf der Website der Klingenkirche veröffentlicht. Förster, der auch als Synodalassessor tätig ist, erklärte, Kurschus’ Rücktritt ermögliche es der Kirche, ihre Verpflichtung zum Schutz und zur Unterstützung der Opfer in den Vordergrund zu stellen.

Kurschus’ Ausscheiden erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender Prüfungen des kirchlichen Umgangs mit früheren Vorwürfen. Die bestehenden Schutzmaßnahmen in Solingen bleiben unverändert in Kraft, Schulungen und Meldeverfahren werden wie bisher fortgeführt. Betroffene können sich weiterhin an die zuständigen Ansprechpersonen oder externe Hilfsangebote wenden.

Quelle