AfD nutzt manipuliertes Spiegel-Diagramm für umstrittene Migrations-Thesen
Lotta AlbrechtAfD nutzt manipuliertes Spiegel-Diagramm für umstrittene Migrations-Thesen
Ein von AfD-Politikern geteiltes Diagramm, das nahelegt, dass Migranten für den Anstieg sexualisierter Straftaten verantwortlich seien, ist wegen irreführender Behauptungen in die Kritik geraten. Die ursprünglich aus einem Spiegel Online-Artikel von 2023 stammenden Daten wurden umgedeutet, um einen Zusammenhang zwischen Migration und Kriminalität herzustellen – dabei wurden jedoch zentrale Details weggelassen.
Das betreffende Diagramm erschien erstmals in einem Spiegel-Bericht vom August 2023 und basierte auf der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) Deutschlands. Kürzlich wurde es von AfD-Vertretern verbreitet, darunter den Abgeordneten Maximilian Krah und Maximilian Kneller sowie lokalen Mandatsträgern. Sie nutzten es, um zu behaupten, dass Migration seit 2015 zu einer Zunahme der Tatverdächtigen bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung geführt habe.
Die AfD ließ in ihrer Darstellung des Diagramms jedoch entscheidenden Kontext weg – etwa den hohen Anteil deutscher Tatverdächtiger sowie die Auswirkungen von Gesetzesreformen. Auch die Grenzen der Datengrundlage und die konkreten Ursachen für den Anstieg der Verdächtigenzahlen wurden in ihren Aussagen nicht thematisiert.






