Abschied von der Autobahnkirche Ruhr: Letzte Chance für Stille am Rastort
Miriam KönigAbschied von der Autobahnkirche Ruhr: Letzte Chance für Stille am Rastort
Autobahnkirche Ruhr schließt am Samstag für immer ihre Türen
Die Autobahnkirche Ruhr, ein bekannter Rastort für Reisende im Ruhrgebiet, wird an diesem Samstag endgültig geschlossen. Der Schritt folgt dem Verkauf des Gebäudes an einen privaten Käufer und beendet damit jahrzehntelange Dienstleistungen für Autofahrer und Motorradfahrer gleichermaßen. Als Folge wurden auch Pläne für eine Gedenkstätte für Verkehrsopfer nun fallen gelassen.
Die Kirche betrieb als Gast innerhalb einer Bochumer Kirchengemeinde einen ruhigen Ort der Einkehr in der Nähe der Autobahn A40. Täglich suchten etwa 15 Menschen den Ort auf, angezogen von der friedvollen Atmosphäre und dem weithin sichtbaren Banner mit der Aufschrift "Komm zur Ruhe", das von der Straße aus zu sehen war. Zu den regelmäßigen Veranstaltungen zählte auch ein jährliches Motorradfahrertreffen, das für 2025 geplant war.
Ein Verein hatte bereits Entwürfe für eine Gedenkstätte erarbeitet, die den Opfern von Verkehrsunfällen in Bochum und der Umgebung gewidmet sein sollte. Erste Konzepte lagen vor, doch der Verkauf des Gebäudes zwang zur Aufgabe dieser Pläne. Da der Raum nicht mehr geweiht ist, werden dort künftig auch keine christlichen Gottesdienste mehr stattfinden.
Am Samstagmorgen findet ein Abschiedstreffen für die ehrenamtlichen Helfer der Kirche statt. Der neue Eigentümer des Gebäudes wurde bisher nicht öffentlich genannt. Bis zum Ende des Tages sollen alle Schilder und Banner – darunter auch die bekannte Botschaft in Richtung Autobahn – entfernt werden.
Mit der Schließung endet ein langjähriger Zufluchtsort für Autofahrer und Trauernde. Ohne geweihten Raum hat die Kirche ihre Funktion als Gedenkstätte und Andachtsort verloren. Die endgültige Entfernung der Schilder am Samstag markiert den letzten Schritt ihres Rückzugs aus der öffentlichen Nutzung.






