700-Meter-Zug zeigt Deutschlands Bahn-Technologie im Rückstand gegenüber den Niederlanden

700-Meter-Zug zeigt Deutschlands Bahn-Technologie im Rückstand gegenüber den Niederlanden
Ein fast 700 Meter langer Güterzug ist von den Niederlanden nach Deutschland gefahren und überbrückte dabei eine deutliche Kluft in der Eisenbahntechnologie. Hans Blom, ein Lokomotivführer mit fast vier Jahrzehnten Erfahrung, steuerte den Zug mit 50 Containern vom Rangierbahnhof Kijfhoek bis nach Duisburg. Die Fahrt machte den krassen Gegensatz zwischen den Bahnsystemen der beiden Länder deutlich – das eine modern und digital, das andere noch immer auf veraltete Signale angewiesen.
Der niederländische Abschnitt der Strecke führt durch die Region Betuwe, einen reinen Güterkorridor ohne Bahnhöfe oder Bahnübergänge. Ausgestattet mit dem neuesten Europäischen Zugsicherungssystem (ETCS) übermittelt das System Signale direkt in das Führerhaus der Lokomotive – und zwar über streckenseitige Transponder. Diese Technologie regelt die Geschwindigkeiten und ermöglicht hochautomatisierte Abläufe, was für reibungsloseren und sichereren Verkehr sorgt.
Als Bloms Zug die deutsche Grenze überquerte, wechselte das System zu herkömmlichen Lichtsignalen am Gleis. Deutschland hat die Einführung von ETCS nur zögerlich vorangetrieben: Bis 2025 wird die Deutsche Bahn InfraGO lediglich 683 Kilometer des modernisierten Netzes betreiben. Die Fahrt wurde zusätzlich durch Umleitungen und Baustellen erschwert – ein häufiges Problem aufgrund der überalterten Schieneninfrastruktur des Landes. Sowohl die Deutsche Bahn als auch das Bundesverkehrsministerium räumen ein, dass Unterfinanzierung und die ineffiziente Verwendung bereitgestellter Mittel die digitale Aufrüstung verzögert haben. Ursprüngliche Pläne, die meisten Strecken während Sanierungen zu modernisieren, wurden zurückgestuft, sodass große Teile des Netzes weiterhin ohne die neueste Technologie auskommen müssen.
Die Reise unterstreicht die Lücke zwischen dem fortschrittlichen niederländischen Schienennetz und Deutschlands zögerlicher Digitalisierung. Da nur ein Bruchteil der Strecken modernisiert wurde, leiden Güter- und Personenzüge weiterhin unter Ineffizienzen. Die langsamen Fortschritte führen zu Verzögerungen und höheren Kosten für Betreiber wie Blom, die auf ein nahtlos funktionierendes grenzüberschreitendes Netz angewiesen sind.

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