699-Euro-Schnitzel und Provokationen: Wie ein Kärntner Wirt die Gastronomie polarisiert
Miriam König699-Euro-Schnitzel und Provokationen: Wie ein Kärntner Wirt die Gastronomie polarisiert
Stefan Lercher, ein Gastronom aus Kärnten, sorgt immer wieder mit provokanten Aussagen und extravaganten Gerichten für Schlagzeilen. Sein neuester Coup – ein Schnitzel für 699 Euro – löst sowohl Neugier als auch Kritik aus. Gleichzeitig halten seine früheren Äußerungen über den Ausschluss bestimmter Gästegruppen aus seinem Restaurant die Debatte in den österreichischen Medien am Köcheln.
In Lerchers Restaurant Peppino in Millstatt wird ein Luxus-Schnitzel für stolze 699 Euro serviert. Das Gericht besteht aus zwei 100-Gramm-Stücken Wagyu-Rindfleisch, gefüllt mit schwarzem Périgord-Trüffel, Brie de Meaux und geräuchertem Speck. Trotz des horrenden Preises – allein das Fleisch kostet im Einkauf 340 Euro für 200 Gramm – hat Lercher in diesem Jahr bereits fünf Portionen verkauft und damit 3.495 Euro eingenommen. Er gibt zu, dass das Gericht "dekadent" sei, behauptet aber, eine kleine Schar vermögender Stammgäste bestelle es regelmäßig.
In einem aktuellen Interview kritisierte Lercher ein anderes Hochpreisgericht, ein mit Kaviar belegtes Schnitzel für 395 Euro, das in Wien angeboten wird. Kaviar habe "nichts mit einem Schnitzel zu tun", so sein schroffer Kommentar – ganz in seinem Stil, der bereits früher für kontroverse Aussagen bekannt wurde.
Bereits im Januar 2023 hatte Lercher für Empörung gesorgt, als er ankündigte, "Veganer, Hippies, Öko-Typen und Araber" von seinem Lokal auszuschließen. Zudem kündigte er ein "Arisches Gourmet-Festival" an, einen Beitrag, den er später wieder löschte. Nach massiver Kritik behauptete er, der Begriff "arisch" beziehe sich lediglich auf regionale Spezialitäten. Die Medien tauften ihn daraufhin zum "Wutwirt", und die Kritik an seiner Person verbreitete sich in österreichischen Medien wie ein Lauffeuer.
Trotz des Aufsehens gibt es keine Anzeichen dafür, dass seine Äußerungen die allgemeine Diskussion über politische Haltungen in der österreichischen Gastronomiebranche beeinflusst hätten.
Lercher bleibt eine polarisierende Figur in der österreichischen Kochszene. Während sein 699-Euro-Schnitzel weiterhin zahlungskräftige Gäste anlockt, sorgen seine früheren Aussagen dafür, dass er im Rampenlicht bleibt. Die Kontroversen um seine Person haben jedoch keine spürbaren Auswirkungen auf die breitere Debatte über Restaurantrichtlinien oder politische Meinungsäußerungen im Land.






